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TSV Herren – TC Röddenau 0:6 (Sa. 08.08.2026)
Nach dem letztjährigen noch freundschaftlich ausgetragenen Biervergleich mit dem TC
Röddenau stand am Sonntag das direkte Duell auf der Hertingshäuser Anlage an. Die
Fanfreundschaft zwischen beiden Vereinen ist inzwischen ohnehin größer als so manche
sportliche Rivalität. Eigentlich hätte Hertingshausen dabei sogar schon zwei Matchpunkte
Vorsprung verdient gehabt: Beim letzten Heimspiel hatte Röddenau seine Anreise zum
Biertrinken angekündigt, war dann aber doch lieber in Kassel angetreten – und verlor dort.
Die ausstehende Schuld sollte also sportlich eigentlich noch beglichen werden.
Diesmal passte immerhin das Wetter. Bei Sonnenschein und guter Stimmung wurde bereits
vor 9 Uhr frisch gezapft. Die Röddenauer zeigten sich ebenfalls bestens vorbereitet. Die
wichtigste Frage des Morgens kam folgerichtig aus ihren Reihen: „Hat einer das Zeug für die
Hände, damit der Schläger nicht rutscht?“ Tennis wurde also durchaus ernst genommen.
Den Anfang machte Jannik Stocker. Dieser hatte sich offenbar vorgenommen, seinem
Gegner bereits vor dem ersten Ballwechsel den letzten Nerv zu rauben, und wollte sich erst
einmal eine geschlagene Stunde einspielen. Nach seiner Geschäftsreise musste schließlich
einiges nachgeholt werden – schließlich hatte Stocker dort offenbar weniger Tennis als
vielmehr Dolce Vita betrieben.
Die Taktik ging leider nicht auf: Der Gegner war irgendwann derart mürbe, dass er Stocker
förmlich ein Monokel aufdrückte, um möglichst schnell wieder vom Platz zu kommen. Am
Ende setzte sich der Röddenauer mit 6:0 und 6:3 durch. Danach war der Gegner so
geschafft, dass er auf ein Doppel verzichtete. Schließlich standen für ihn offenbar noch
wichtigere Aufgaben an: mehr Vergnügen mit dem frisch Gezapften und die Planung der
Mannschaftsaufstellung für das Fußballspiel am nächsten Tag.
Kai Sonnenschein ging ebenfalls angeschlagen ins Einzel und feuerte dabei nicht nur seine
Schläge, sondern auch allerhand Keime und Bakterien aus seiner Erkältung ab. Nach dem
Erfolg von Schnupfen-Kolmsee in der Vorwoche hatte man offenbar geglaubt, Erkältungen
seien die neue Geheimwaffe des TSV. Wie sich herausstellte, ist diese Taktik allerdings wohl
exklusiv Kolmsee vorbehalten. Sonnenschein musste sich mit 0:6 und 3:6 geschlagen
geben.
An Position vier entwickelte sich anschließend ein kurioses Bild: Eigentlich standen sich zwei
Hertingshäuser gegenüber – zumindest fühlte es sich für die Zuschauer so an. Selbst die
eigene Familie wusste zwischenzeitlich nicht mehr genau, welcher Spieler denn nun
Kolmsee war. Auch die Seitenwechsel sorgten für zusätzliche Verwirrung. Vermutlich
erwartete man einen Wolf im Schafspelz, tatsächlich handelte es sich aber lediglich um eine
eingelöste Wette aufgrund der würdig begangenen vergangenen Spieltage und der
inzwischen entstandenen Tennisfreundschaft. Sportlich ging der Punkt mit 2:6 und 3:6 an
Röddenau.
An Position eins wirkte Adrian Müller derweil, als hätte er in letzter Zeit etwas zu viel am
Schreibtisch gesessen. Der Rücken befand sich offensichtlich noch im Büro- und nicht im
Tennismodus. Trotzdem mogelte sich Müller mit einer Mischung aus bekanntem Niederhone-
Tennis und kämpferischer Beharrlichkeit in den Champions-Tiebreak. Dort fehlten ihm nach
der Aufholjagd allerdings die letzten Körner. Trotz zwischenzeitlicher 6:2-Führung musste er
sich mit 1:6, 6:3 und 9:11 geschlagen geben.
Damit stand es nach den Einzeln 0:4. Die sportliche Aufarbeitung wurde daraufhin zunächst
vertagt und man widmete sich wieder dem Bier. Immerhin: Das Bier aus der Zapfanlage
enttäuschte als Einziges nicht.
Mit einem 0:4-Rückstand ging es in die Doppel. Im ersten Doppel legte Capitano Kell
gemeinsam mit Müller zunächst furios los. Die Hoffnung war groß, dass der Kapitän seinen
Partner erneut irgendwie durch das Match tragen würde. Doch die Kräfteverhältnisse drehten
sich schnell – am Ende kamen beide gemeinsam mit 1:6 und 2:6 unter die Räder.
Die Taktik „Wir spielen einfach einen mehr rein als der Gegner“ ging diesmal nicht auf. Kell
musste anschließend feststellen, dass er offenbar ebenfalls eine echte Eins an seiner Seite
benötigt, die ihn durch schlechte Phasen trägt. Müller konnte das an diesem Tag aufgrund
seines noch immer im Schreibtischmodus befindlichen Rückens allerdings kaum leisten.
Gebrauchter Tag für beide.
Im zweiten Doppel wurde es wesentlich enger und spannender. Stocker und Kolmsee
gewannen den ersten Satz mit 7:5, mussten sich nach einem 4:6 im zweiten Satz aber
schließlich im Champions-Tiebreak mit 5:10 geschlagen geben.
Damit stand am Ende ein 0:6 auf dem Spielbericht – sportlich deutlich, stimmungstechnisch
allerdings keineswegs. Insgesamt hatten fünf Hertingshäuser Einzel- beziehungsweise
Doppelakteure an diesem Tag alles gegeben, aber keinen einzigen Punkt auf das TSV-Konto
gebracht. Dazu kamen zwei „Monokel“ – ein gebrauchter Tennistag war damit perfekt.
Nach dem sportlichen Teil saß man selbstverständlich noch gemeinsam zusammen. Das
Problem: Ausgerechnet Kell hatte sich beim Bierverzehr verkalkuliert – eigentlich völlig
untypisch für den Kapitän. Mehrfach musste deshalb im benachbarten Supermarkt
Nachschub organisiert werden.
Ein großer Dank geht dabei an Kai und den Hertingshäuser-Röddenauer, die dafür sorgten,
dass die Freundschaft auch nach einem 0:6 nicht ins Wanken geriet. Insgesamt gingen an
diesem Tag rund 30 Liter Bier verloren – beziehungsweise wurden fachgerecht einer
sinnvollen Verwendung zugeführt.
Cocktails von den Landfrauen gab es in Hertingshausen diesmal leider keine. Die
traditionellen Gepflogenheiten sehen hier schließlich eher Schnaps für die Katzen vor.
Entsprechend waren auch diesmal wieder zahlreiche Strafen fällig.
Am späteren Abend wurde dann sogar noch ein Neuzugang verpflichtet. Viele hatten
erwartet, dass der Hertingshäuser-Röddenauer M. Muth irgendwann fest im Hertingshausen-
Trikot auflaufen würde. Stattdessen verpflichtete der TSV überraschend L. Mittermüller, den
Bezwinger der Biervasen. Ein Transfer, mit dem nun wirklich niemand gerechnet hatte.
Natürlich wurde auch bereits die kommende Saison geplant. Der nächste gemeinsame
Spieltag soll nach Möglichkeit mit einem Ausflug zur Röddenauer Kirmes verbunden werden.
Übernachtungsmöglichkeiten wurden ebenfalls schon diskutiert – entweder in einem der
Gärten mit Rollrasen oder bei den FeWo-Mogulen Röddenaus.
Ein Röddenauer musste sich derweil noch von den Strapazen des einstündigen Einspielens
erholen und legte einen Powernap ein. Schulz und Kolmsee brachen irgendwann die Zelte
ab – wichtige Sponsoring-Angelegenheiten mussten noch geklärt werden und die besseren
Hälften warteten schließlich zu Hause.
Zur Verwunderung der Röddenauer war ausgerechnet Kolmsee einer derjenigen, die den
Heimweg antraten. Dabei hatte er im vergangenen Jahr noch so treffend festgestellt: „Wegen
dem einen Mal macht sie nicht Schluss!“
Gegen Abend rückte der Hertingshäuser Tross schließlich Richtung Röddenau ab. Sportlich
war es diesmal ein gebrauchter Tag, freundschaftlich dagegen erneut ein voller Erfolg.
Bis nächstes Jahr, Röddenau! Vielleicht trägt sich Hertingshausen dann auch mal aufs
Scoreboard ein. Dann können wir endlich sehen, ob die Freundschaft der Vereine tatsächlich
auch dann Bestand hat, wenn Röddenau mal nicht als Sieger vom Platz geht. (A.Müller)
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MSG TC 88 Sachsenh./VfL 02 Adorf – TSV Herren 3:3 (Sa. 01.08.2026)
Hefeweizen, Herren 50 und ein schnupfender Matchwinner – TSV holt starkes Remis in Sachsenhausen.
Der Spieltag in Sachsenhausen begann für den TSV Hertingshausen streng genommen
bereits einige Tage zuvor – und zwar mit einer echten Hiobsbotschaft. Ausgerechnet die
Nummer eins, Adrian Müller, sagte seine Teilnahme ab. Der Grund war weder Verletzung
noch Urlaub, sondern Bildung: Müller musste für anstehende Klausuren lernen. Während
andere Mannschaften an ihrer Rückhand arbeiten, investiert Hertingshausen inzwischen
also in akademische Exzellenz.
Da zusätzlich Schulz und Kell verletzungsbedingt nicht zur Verfügung standen, musste
erstmals in dieser Saison auf Unterstützung aus der Herren-50-Mannschaft zurückgegriffen
werden. Eine Entscheidung, die sich sowohl sportlich als auch bei der späteren Bewältigung
des Getränkevorrats als goldrichtig erweisen sollte.
Trotz der angespannten Personalsituation reiste eine für den Gegner überraschend große
Hertingshäuser Delegation ins weit entfernte Sachsenhausen. Angeführt wurde die
Mannschaft diesmal von Kai Sonnenschein an Position eins. Dahinter folgten Jannik
Stocker, der grippegebeutelte Schnupfen-Kolmsee sowie Herren-50-Spieler Joachim
Hansch. Für die Doppel stand außerdem Robin Richtsteiger bereit. Unterstützt wurde das
Team von Kapitän Björn Kell, Julian Lengemann, Malte Schulz und dessen Gattin Vanessa.
Eine zunächst unscheinbar wirkende Reisegruppe, deren Leistung abseits des Platzes
später noch nicht minder zu bewerten sein sollte.
Schon bei der Ankunft wurde klar, dass dieser Tennistag eigentlich nicht mehr schiefgehen
konnte. Die Anlage war noch feierlich geschmückt, nachdem dort in den vergangenen Tagen
offenbar der 69,5. Geburtstag zelebriert worden war. Wesentlich wichtiger war allerdings
eine andere Entdeckung: In Sachsenhausen gab es Hefeweizen vom Fass.
Für Capitano Björn Kell dürfte dieser Anblick ungefähr dem Moment entsprochen haben, in
dem Christoph Kolumbus Amerika entdeckte. Die lange Anreise, sämtliche Verletzungen
und sogar Müllers Flucht in die Bildung waren schlagartig vergessen. Nachdem schließlich
auch Ersatzmann Joachim Hansch den Kofferraum geschlossen hatte, konnte der sportliche
Teil des Tages tatsächlich beginnen.
Den Auftakt machten Jannik Stocker und Joachim Hansch. Stocker erwischte dabei einen
schwierigen Vormittag und musste sich deutlich mit 1:6 und 0:6 geschlagen geben.
Erschwerend kam hinzu, dass er über einen längeren Zeitraum gar nicht bemerkte, gegen
einen Linkshänder zu spielen. Vermutlich wunderte er sich lediglich, warum die Bälle ständig
aus der falschen Richtung kamen. Als die taktische Besonderheit schließlich erkannt war,
war das Match leider schon fast vorbei.
Parallel feierte Joachim Hansch seine Premiere für die Hertingshäuser Herren. Seine
Leistung lässt sich am besten in drei Phasen unterteilen: zunächst äußerst solide,
anschließend eine etwas längere Schwächephase zur Unterhaltung der Zuschauer und zum
Abschluss eine fulminante Demonstration von Nervenstärke. Nach einem verlorenen ersten
Satz kämpfte er sich eindrucksvoll zurück und gewann schließlich mit 4:6, 6:4 und 10:6 im
Champions-Tiebreak.
Damit hatte sich die erstmalige Unterstützung aus der Herren 50 bereits vollständig
ausgezahlt. Hansch brachte nicht nur reichlich Erfahrung, sondern offenbar auch genau die
richtige Menge Drama mit. Der 1:1-Ausgleich wurde von den mitgereisten Fans Lengemann
und Kell standesgemäß begossen. Beide hatten zu diesem Zeitpunkt längst mit den
Vorbereitungen auf den parallel stattfindenden Biermarathon begonnen und nahmen ihre
Aufgabe ähnlich ernst wie Hansch den Champions-Tiebreak.
Anschließend griffen Kai Sonnenschein und Jan Kolmsee ins Geschehen ein. Sonnenschein
lieferte an Position eins einen starken Kampf, musste sich seinem spielstarken Gegner am
Ende jedoch mit 2:6 und 3:6 geschlagen geben.
Besser lief es für den gesundheitlich angeschlagenen Kolmsee. Mit Schnupfen, verstopfter
Nase und vermutlich mehr Taschentüchern als Griffbändern in der Tennistasche ließ er
seinem Gegner beim 6:3 und 6:2 dennoch kaum eine Chance. Während normale Menschen
bei einer Grippe auf dem Sofa liegen und Tee trinken, spielte Kolmsee eben ein Medenspiel
und stellte auf 2:2. Eine medizinisch vielleicht fragwürdige, sportlich aber ausgesprochen
hilfreiche Entscheidung.
Somit musste die Entscheidung in den Doppeln fallen. Hertingshausen wechselte Robin
Richtsteiger ein und stellte taktisch geschickt auf. Sonnenschein und Kolmsee bildeten das
zweite Doppel und machten dort kurzen Prozess. Beim souveränen 6:1 und 6:1 ließen sie
keinerlei Zweifel aufkommen und brachten den TSV mit 3:2 in Führung.
Im ersten Doppel bekamen es Stocker und Richtsteiger mit zwei durchaus kniffligen und vor
allem flinken Gegnern zu tun. Die Hertingshäuser kämpften stark, hielten das Match lange
offen und zwangen ihre Gegner im ersten Satz in den Tiebreak. Am Ende mussten sie sich
trotz einer guten Leistung knapp mit 6:7 und 3:6 geschlagen geben.
Während auf den Plätzen noch um jeden Ball gerungen wurde, füllte sich die Anlage
zunehmend mit Wanderern. Offenbar hatte sich in der gesamten Region herumgesprochen,
dass der TSV Hertingshausen zu Gast war und in Sachsenhausen Hefeweizen vom Fass
ausgeschenkt wurde. Zwischenzeitlich sollen sich rund 150 Menschen auf der Anlage
befunden haben. Ob sie tatsächlich wegen des Tennissports gekommen waren, darf
bezweifelt werden. Beim gemeinsamen Austrinken des Hefeweizenfasses erwiesen sie sich
jedenfalls als ausgesprochen hilfsbereit.
Auch die Hertingshäuser Unterstützer zeigten dabei eine fulminante Leistung. Insbesondere
Kell und Lengemann bewältigten den Biermarathon mit bemerkenswerter Ausdauer,
sauberer Technik und einer Trinkfestigkeit, die selbst erfahrene Herren-50-Spieler
beeindruckt haben dürfte. Schulz und seine Gattin Vanessa sorgten ebenfalls für den
nötigen Rückhalt und machten aus einem normalen Auswärtsspiel eine Hertingshäuser
Großveranstaltung.
Am Ende stand ein starkes und vollkommen verdientes 3:3-Unentschieden. Zum Man of the
Match wurde folgerichtig Jan „Schnupfen“ Kolmsee ernannt, der sowohl sein Einzel als auch
sein Doppel gewann. Zwei Einsätze, zwei Siege und zwischendurch vermutlich zweimal
Naseputzen – effizienter lässt sich ein Medenspiel kaum gestalten.
Nach dem sportlichen Teil umgingen Kell und Stocker den drohenden Abwasch mit einer
ebenso einfachen wie wirkungsvollen Taktik: Sie beglichen stattdessen die doch recht groß
geratene Rechnung. Angesichts der Zahl an Hefeweizen dürfte es sich dabei weniger um
eine gewöhnliche Bewirtungsabrechnung als um einen kleineren Investitionsantrag
gehandelt haben.
Ein besonderer Dank gilt Joachim Hansch und Robin Richtsteiger für die Unterstützung aus
der Herren 50. Beide fügten sich nicht nur sportlich hervorragend in die Mannschaft ein,
sondern erwiesen sich auch bei der anschließenden Hefeweizenrunde als vollständig
kompatibel mit dem Hertingshäuser Spielsystem.
Und ohnehin war bereits vor dem ersten Ballwechsel klar: Ein Tennistag mit Hefeweizen
vom Fass kann eigentlich gar nicht verloren werden. (J. Kolmsee)
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TSV Herren - TC Kaufungen 3:3 (So. 31.05.2026)
Regenschlacht in Hertingshausen – TSV erkämpft sich Remis
Am dritten Spieltag empfing der TSV Hertingshausen den TC Kaufungen auf heimischer
Anlage. Die Voraussetzungen waren diesmal allerdings alles andere als gewöhnlich.
Aufgrund anhaltenden Regens musste der Spielbeginn zunächst verschoben werden,
sodass mehr über Wetter-Apps als über Tennis gesprochen wurde.
Parallel zu den Herren spielten auch die Hertingshäuser Damen gegen Hessisch Lichtenau.
Deren Betreuer erklärte zwischenzeitlich mehrfach, es sei „unverantwortlich“, bei diesem
Wetter überhaupt Tennis zu spielen. Die Gegnerinnen schienen den Tag ohnehin eher als
Media Day zu nutzen und haben direkt den halben Verein mit nach Hertingshausen
gebracht. Die Hertingshäuser nahmen die Einschätzung zur Kenntnis, warteten die
Regenpause ab und spielten anschließend einfach weiter.
Mindestens genauso dramatisch entwickelte sich die Getränkesituation. Auf der heimischen
Anlage war für die Herren zunächst kein Weizen verfügbar – ein organisatorischer
Missstand, der beinahe zu einer vereinsinternen Krisensitzung geführt hätte.
Glücklicherweise konnte kurzfristig frisch Gezapftes organisiert werden. Kaufungen
verweigerte jegliche Unterstützung in dieser Angelegenheit. Dafür meldete sich
überraschend der befreundete Verein aus Röddenau. Deren Spiel in Kassel drohte zunächst
ins Wasser zu fallen und man kündigte bereits Unterstützung beim Biertrinken an. Letztlich
musste Röddenau aber doch antreten, verlor in Kassel und wird den Spieltag im August nun
wohl mit Minuspunkten beginnen müssen. Für zusätzliche Verwirrung sorgte lediglich
Kapitän Kell, der den Mannschaftsführer aus Röddenau am Telefon zunächst nicht erkannte.
Sportlich schickte Hertingshausen Müller, Sonnenschein, Stocker und Kolmsee ins Rennen.
Kell wurde geschont, Schulz blieb weiterhin ohne Einsatz und hatte sich ohnehin selbst zum
Saftschubsen eingeteilt. Zur Enttäuschung vom Nachwuchs aus dem Hause Kolmsee, der
neben seinem Papa auch gerne Onkel Balte und Onkel Bier in Aktion erlebt hätte. Raebiger
konnte ebenfalls nicht in den Spielbericht eingetragen werden, da die benötigte Tinte
offenbar anderweitig eingesetzt wurde.
In den Einzeln lief es zunächst nicht nach Wunsch. Müller unterlag an Position eins mit 1:6
und 4:6. Sonnenschein sorgte mit einem souveränen 6:3 und 6:4 für den einzigen
Hertingshäuser Einzelpunkt. Stocker kämpfte sich nach verlorenem ersten Satz zurück,
verlor jedoch den Champions-Tiebreak mit 2:6, 6:3 und 6:10. Auch Kolmsee musste sich mit
3:6 und 2:6 geschlagen geben. Somit lag Hertingshausen nach den Einzeln mit 1:3 zurück.
Vor den Doppeln folgte dann die wohl wichtigste taktische Maßnahme des Tages. Kolmsee
Junior teilte sein Frühstücksei großzügig mit Sonnenschein. Nach den zuletzt verlorenen
Champions-Tiebreaks war die Diagnose schnell gestellt. Frei nach Oliver Kahn galt: „Wir
brauchen Eier.“
Müller und Kolmsee verkürzten zunächst mit einem souveränen 6:3, 6:3-Erfolg auf 2:3. Im
zweiten Doppel entwickelte sich Sonnenschein dann endgültig zum MVP des Tages.
Gemeinsam mit Stocker kämpfte er sich durch einen dramatischen Champions-Tiebreak.
Beim Stand von 8:9 für die Gegner schien das Frühstücksei endgültig seine Wirkung zu
entfalten, da ein Gegenspieler ironischerweise auch noch eine Ei-Allergie hat. Plötzlich
fischte Sonnenschein am Netz alles weg, was in seine Reichweite kam – wie ein
Ostseeangler beim Doraden fangen. Aus dem drohenden Matchverlust wurde noch ein 13:11-
Erfolg und damit der verdiente Ausgleich zum 3:3-Endstand.
Trotz verspätetem Spielbeginn, Regenunterbrechung, Weizenkrise und zahlreicher
Nebenschauplätze ließ sich Hertingshausen nicht aus dem Konzept bringen und kämpfte
sich nach einem 1:3-Rückstand noch zu einem verdienten 3:3-Unentschieden. Die
Mannschaft bleibt damit weiter auf Kurs – und beweist einmal mehr, dass mit ausreichend
Weizen und Eiern nahezu alles möglich ist. (A.Müller)
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TC 77 Maden - TSV Herren 4:2 (So.17.05.2026)
Bittere Niederlage in Maden – TSV Hertingshausen unterliegt mit 2-4
Nach dem erfolgreichen Saisonauftakt führte der zweite Spieltag den TSV Hertingshausenzum TC 77 Maden. Die Voraussetzungen waren dabei allerdings fragwürdig: Während mansich in Großalmerode noch mit „Hefe vor 9“ professionell auf den Spieltag vorbereitet hatte,gab es in Maden schlichtweg kein Weizen. Ein Umstand, der aus Hertingshäuser Sichteigentlich direkt die ersten Punkte aufs TSV-Konto hätte bringen müssen.
Dazu kam erschwerend hinzu, dass Maden personell ordentlich aufgerüstet hatte. Statt der erwarteten Gegner standen plötzlich Herren-40- und Herren-50-Spieler mit Verbandsliga-Erfahrung auf der Anlage. Der Versuch, den TSV mit Routine und Erfahrungeinzuschüchtern, war also unverkennbar.
Für Hertingshausen gingen Müller, Sonnenschein, Stocker und Kolmsee an den Start.
Kapitän Kell schleppte sich trotz angeschlagenem Zustand ebenfalls mit nach Maden und
sollte später noch eine entscheidende Rolle spielen.
Die Einzel begannen vielversprechend. K. Sonnenschein lieferte sich an Position zwei ein
hochklassiges Match und kämpfte sich nach verlorenem ersten Satz eindrucksvoll zurück. Im
Champions-Tiebreak hatte Sonnenschein beim Stand von 9:8 sogar bereits den Sieg vor
Augen, brachte die Führung allerdings nicht ins Ziel und unterlag am Ende noch mit 4:6, 7:5
und 9:11. Auch J. Stocker zeigte an Position drei ein starkes Spiel und gewann nach großem
Kampf mit 5:7, 6:4 und 10:8.
J. Kolmsee erwischte dagegen einen deutlich besseren Tag und gewann sein Einzel
souverän mit 6:3 und 6:3. A. Müller bekam es an Position eins mit einem Gegner aus
besagten Herren 40 bzw. 50 zu tun und unterlag mit 1:6 und 2:6.
Auch die Tennisanlage selbst sorgte für Gesprächsstoff. Die Dachrinnen beziehungsweise
Rohre wirkten auf der Anlage auffallend asymmetrisch verbaut. Wie die Madener später
erklärten, lag das wohl an einem früheren Vorfall mit einem Waschbären, der einst von den
Dächern auf die Anlage gepinkelt hatte und daraufhin vertrieben werden musste. Die
Karriere des Waschbären als mögliches Tennismaskottchen von Maden dürfte damit
endgültig beendet sein.
Mit einem 2:2 ging es in die Doppel. Zwischenzeitlich war sogar Edeljoker J. Lengemann auf
der Anlage erschienen und hoffte auf sein Debüt für Hertingshausen. Daraus wurde
allerdings nichts. Dennoch supportete Lengemann die Mannschaft tatkräftig von außen und
hielt die Stimmung hoch. Kapitän Kell opferte sich trotz angeschlagenem Zustand für A.
Müller auf und stellte sich selbst im Doppel auf den Platz. Vermutlich wollte Müller erneut
zum Sieg getragen werden – diesmal funktionierte das allerdings nicht ganz wie in der
Vorwoche.
Sonnenschein und Kell lieferten im ersten Doppel einen großen Kampf und zwangen ihre
Gegner beim 3:6, 6:4 und 8:10 erneut in den Match-Tiebreak. Besonders bitter:
Zwischenzeitlich führte das Hertingshäuser Doppel bereits mit 8:4, konnte den Vorsprung
allerdings ebenfalls nicht über die Ziellinie bringen. Im zweiten Doppel mussten sich Stocker
und Kolmsee nach gewonnenem ersten Satz ebenfalls noch mit 6:4, 0:6 und 5:10
geschlagen geben.
Am Ende stand somit eine 2:4-Niederlage gegen personell stark verstärkte Madener. Trotz
der Niederlage ließ sich Hertingshausen die Stimmung allerdings nicht verderben. Einig war
man sich ohnehin: Mit Weizen wäre das Ding vermutlich anders ausgegangen. (A.Müller).
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TC Großalmerode - TSV Herren 1:5 (So.10.05.2026)
Fast perfekter Start in die neue Tennissaison - Hertingshäuser Auftaktsieg in Großalmerode.
Der erste Auswärtstrip der Saison führte den TSV Hertingshausen am Sonntagmorgen nach
Großalmerode – beziehungsweise gefühlt zunächst direkt durch jede einzelne Blitzfalle
Nordhessens. Bereits auf der Anreise wurde klar: Heute würde kein gewöhnlicher Tennistag
werden. Schließlich galt es, den Klassenerhalt aus dem Vorjahr standesgemäß zu feiern und
die Euphorie mit in die neue Saison zu nehmen. Entsprechend wurde noch vor Spielbeginn
das erste Hefeweizen geöffnet. „Hefe vor 9“ bleibt eben nicht nur ein Motto, sondern eine
Lebenseinstellung.
Für Hertingshausen gingen Müller, Sonnenschein, Kolmsee und Kell an den Start.
Komplettiert wurde die Delegation vom emotionalen Backup und Betreuer Schulz, der es
trotz fehlenden Spieleinsatzes schaffte, sich innerhalb weniger Stunden den obligatorischen
Sonnenbrand des Spieltags abzuholen.
Den Auftakt machten Kell an Position vier und Sonnenschein an zwei – und beide lieferten
direkt absolute Nervenschlachten ab. Während Kell sich nach verlorenem ersten Satz noch
zu einem 4:6, 6:3 und 10:5 kämpfte, startete auch Sonnenschein seine spektakuläre
Aufholjagd und gewann nach großem Kampf mit 4:6, 6:4 und 10:7. Schon zu diesem
Zeitpunkt bewegte sich Kell ungefähr wie eine 75-jährige Oma auf dem Weg zum
Wochenmarkt, irgendwie reichte es aber trotzdem zum Punktgewinn. Die zuschauenden
Schulz, Kolmsee und Müller hatten dabei zu keinem Zeitpunkt Zweifel an einem Sieg ihrer
Mitstreiter.
Anschließend griffen Kolmsee und Müller ins Geschehen ein. Kolmsee ließ seinem Gegner
beim souveränen 6:3, 6:0 kaum Luft zum Atmen. Das Highlight des Spiels folgte jedoch bei
einem misslungenen Schmetterball des Gegners, bei dem der Ball zwar noch ins Feld flog,
der Gegner dabei allerdings mit dem Schläger das Netz berührte und lautstark
kommentierte: „Was eine H****sohn-Scheiße hier!“ Selten wurde Frust so kreativ verarbeitet.
Parallel dazu mühte sich Müller an Position eins nach Kräften, musste sich jedoch mit 2:6
und 2:6 geschlagen geben. Auch wenn es sportlich nicht zum Sieg reichte, wurde schnell
klar: Die Mannschaft würde Müller heute ausnahmsweise irgendwie mit zum Sieg tragen
müssen.
Mit einer 3:1-Führung ging es in die Doppel – und dort entwickelte sich endgültig das
typische Hertingshäuser Chaos. Müller und Kell spielten gemeinsam ein wildes Match und
gewannen souverän mit 6:1 und 6:4. Alle Beteiligten schossen dabei wild um sich wie bei
einem Revolverduell im Wilden Westen, und gefühlt jeder zweite Ball flog über den Zaun.
Besonders leidtragend war der Vater eines gegnerischen Spielers, der mehrfach die Bälle
einsammeln durfte und irgendwann nur noch trocken kommentierte: „Mein Doofer hat alle
Bälle verhauen.“ Der Sohn erwiderte darauf nur: „Dafür gibst du eine gute Bergziege ab.“
Im zweiten Doppel standen Sonnenschein und Kolmsee auf dem Papier einem echten
Zweier-Doppel gegenüber. Praktisch sah es allerdings eher nach „Nimm du ihn, du hast ihn
sicher“ aus, denn einer der Gegner überließ seinem Nebenmann nahezu sämtliche Lauf- und
Spielarbeit. Hertingshausen nahm das dankend an und machte mit einem souveränen 6:3
und 6:4 den 5:1-Auswärtssieg perfekt.
Für Stocker hatte sich die Anreise zu diesem Zeitpunkt übrigens längst nicht mehr gelohnt.
Er schuldet der Mannschaft weiterhin mindestens einen Pullerschnaps aufgrund seines
Versäumnisses am Spieltag.
Nach den gewonnenen Doppeln wurde es dann fast schon surreal: Die Heimmannschaft
erkundigte sich ernsthaft nach den Aufstiegsambitionen der Hertingshäuser Jungs. Spielte
man in den letzten Jahren oft gegen den Abstieg, hinterließ der TSV diesmal trotzdem
bleibenden Eindruck.
Am Ende stand ein souveräner 5:1-Auswärtssieg und ein rundum gelungener Sonntag.
Nächste Woche wartet bereits das nächste Spiel in Maden – vermutlich erneut inklusive
Hefeweizen, Sonnenbrand und fragwürdiger Bewegungsabläufe. (A. Müller)
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